Website-Handel, die neue “New-Economy”?
July 31st, 2008 by Kirsten Erlenbruch
Dave Hermansen besaß weder Vogel noch Käfig, als er über eine Webseite mit dem Titel Bird-Cage stolperte. Die Seite war dazu noch schlecht gemacht. Aber Hermansen hatte das sichere Gefühl auf eine Goldmine gestoßen zu sein - und er sollte Recht behalten.
Er überredete die Besitzer der Webseite zum Verkauf und bezahlte US$ 1.800,00. Drei Jahre später, im Dezember vergangenen Jahres verkaufte er die Seite Bird-Cage zum Preis von US$ 173.000,00! Natürlich sah die Seite in der Zwischenzeit erheblich professioneller aus und hatte auch ein Vielfaches an Besuchern. So ganz ohne Arbeit ging es nicht, aber unterm Strich sollte das ein ganz beschaulicher Stundenlohn sein.
Das Kaufen und Verkaufen von Webseiten ist ein (nicht mehr ganz so) neuer Trend aus den USA, der auch hier bald greifen sollte. Um so mehr, da auch große Medienkonzerne längst “auf diesen Zug aufgesprungen sind”. So hat der Condé Nast Verlag kürzlich erst die Seite Wired News für US$ 25 Millionen gekauft. Fran Hauser’s “Celebrity Baby Blog”, ursprünglich gestartet als rein privater Weblog, hat gerade für einen Millionen-Dollar-Betrag den Besitzer gewechselt, und so weiter und so fort.
Aber es müssen gar nicht nur die großen “Deals” sein. Auf diesem Markt tummeln sich mittlerweile eine ganze Menge “normale Menschen”, die gut bis sehr gut im An- und Verkauf-Geschäft mit Webseiten sind. Ebay ist einer der Marktplätze, an dem mit Webseiten gehandelt wird, aber natürlich auch spezialisierte Plattformen wie Sitepoint. Hier kann man vom reinen Domain-Namen oder Templates über Start-Up-Seiten bis hin zu etablierten Webseiten alles kaufen, was reich und glücklich machen soll.
Ganz so einfach ist es aber natürlich nicht. Um eine Seite so aufzubereiten, um sie mit Gewinn verkaufen zu können, braucht es schon fundierte Kenntnisse in SEO und etliche Griffe in die Traffic-Trickkiste. Gut verkaufen lassen sich letztlich nur Webseiten, die gut gerankt und überdurchschnittlich gut besucht werden und so auch finanziellen Erfolg für den neuen Betreiber versprechen. Das ist vornehmlich dann der Fall, wenn eine interessante Nische (also ein Gebiet, mit viel potentiellen Kunden und wenig Konkurrenz) bedient wird.
Aber Achtung: Auch auf diesem Gebiet tummeln sich bereits etliche böse Buben, die mit nicht ganz lauteren (bis hin zu wirklich kriminellen) Mitteln, Ranking und Besucherzahlen künstlich nach oben gebracht haben, um einen guten Preis zu erzielen. Für den neuen Besitzer und Betreiber kann es da so manch’ böses Erwachen geben.
Wer es sich zutraut, eine Website optisch und ökonomisch zeitnah zu verbessern und zu beleben, für den kann das Geschäft mit dem An- und Verkauf von Webseiten jedoch tatsächlich schnell mehr werden, als nur ein kleines Zubrot. Zumindest mal mittelfristig.
Dave Hermansen besitzt übrigens seit kurzem einen Papagei. Der ist nun das Maskotchen seiner neuen Webseite Innovative Cages mit der er eine neue Marktnische abdeckt: Innovative, hochpreisige Vogelkäfige. Wenn alles gut geht, wird er auch diese Seite in den nächsten 2 bis 3 Jahren wieder mit entsprechendem Gewinn verkaufen. Und ein neues Hobby hat er augenscheinlich gleich dazu entdeckt.
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