Haben Sie US$ 200.000 übrig?
August 29th, 2008 by Kirsten Erlenbruch
Unsereiner freut sich ja durchaus über die Vielzahl kostenfreier Dienste und Portale im Internet. Das Web 2.0 hat Unmengen toller (und auch weniger toller) Angebote hervorgebracht, die wir alle begeistert nutzen. Aber bei aller Begeisterung darf man natürlich nicht vergessen, dass hinter diesen kostenfreien Angeboten Firmen und Investoren stehen, die sich nicht als reine Menschenfreunde betätigen oder für ein gutes Karma arbeiten, sondern irgendwann einmal das eingesetzte Kapital, mit einer möglichst großen Rendite, zurück haben wollen (und auch müssen).
Das trifft auch auf des Internet’s allerliebstes Kind, YouTube zu. Google hat viel Geld in die Video-Seite gesteckt und das hat sich gelohnt. YouTube ist eine der weltweit am meisten besuchten Webseiten mit Millionen und Abermillionen von täglichen Downloads. So weit so gut.
Leider, leider wirkt sich das monetär derzeit so gut wie gar nicht aus. Die Dienste auf YouTube sind kostenfrei und da die Rechte der eingestellten Videoclips beim jeweiligen “Producer” liegen, tut sich YouTube entsprechend schwer, die Videos mit Werbeinblendungen zu versehen.
Was bleibt? Die gute alte Banner-Werbung und die wird es in sich haben. Der begehrteste Platz (rechts oben unter der Hauptnavigation) wird - Sie sitzen hoffentlich - US$ 200.000,00 kosten. Nicht für ein Jahr, auch nicht für einen Monat, nicht mal für eine Woche, sondern für ganze 24 Stunden! Dafür wechselt der Banner aber in den Full-Screen-Modus beim Draufclicken - das ist dann im Preis schon drin.
Wenn Sie es nicht ganz so dicke haben, kein Problem, dann schalten Sie einfach eine Videoanzeige, die geht schon für US$ 175.000,00 her - ein echtes Schnäppchen, wenn man außer Acht lässt, dass damit die Verpflichtung verbunden ist, weitere US$ 50.000 bei YouTube oder Google auszugeben. Ich persönlich würde ja eine Adwords-Kampagne für US$ 50.000 schalten und direkt auf das YouTube-Video verlinken. So lassen sich US$ 225.000 am schnellsten verbrennen.
Ich bin sehr gespannt, welche Werbetreibenden sich das leisten und mit welchen Erfolgen. Prinzipiell finde ich, ist gegen Werbung auf für den Nutzer kostenfreien Seiten nichts einzuwenden, irgendwie muss sich so was ja finanzieren. Aber ob diese Rechnung hier aufgeht? Wir werden es erleben - bereits in Kürze.
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Für mich sieht das zwar eher nach einem kulturellen als nach einem sozialen Experiment aus, aber das ist vielleicht Geschmacksache. Auf jeden Fall ist die Seite von Twistori auch optisch schön gemacht.


