Von Folgern und Verfolgten
August 8th, 2008 by Kirsten Erlenbruch
Follow me - follow you
Im Englischen klingt das so schön und einfach: Follower! Ist ein Follower ein “Verfolger”? Und möchte ich wirklich verfolgt werden?
“How many people do you follow”? Wie vielen Menschen folgst Du? oder Wie viele Menschen verfolgst Du?
Wovon ich spreche? Von Twitter, meinem Lieblingskommunikationsmittel. Sinn und Zweck von Twitter ist es ja eine eigene “Community” (es lebe das Denglish) aufzubauen, um sich entsprechend interessant mit Freunden oder Gleichgesinnten austauschen zu können. Da kann schon mal eine ordentliche Gruppe zusammenkommen. In Deutschland ist meines Wissens immer noch http://twitter.com/saschalobo mit 2.317 Followern der Spitzenreiter.
In den USA (wo ja bekanntlich alles etwas größer ist….) hat z.B. der Präsidentschaftskandidat Barack Obama mittlerweile 54.001 Follower und folgt selbst 56.559 Personen. In diesem Fall dürfen wir beruhigt davon ausgehen, dass er die dadurch entstehenden Tweets nicht (mehr) selber liest.
Wie viel ist zuviel?
Aber wie ist das bei uns Normalsterblichen? Wie viel Information lässt sich mit Anstand verarbeiten und wie viel Information wollen wir defakto verarbeiten? Ich lese die Tweets der Personen, denen ich selbst folge (das sind aktuell 166 Menschen) ziemlich fortlaufend und täglich. Manche Twitterer posten nicht täglich, manche dafür mehrmals am Tag oder sogar in der Stunde. Unterm Strich ist das ein Informationsfluss, dem ich soweit ganz gut folgen kann. Wie viel mehr ich “verarbeiten” kann, weiß ich noch nicht, aber ich gehe zwischenzeitlich selektiv(er) vor.
Weniger ist mehr?
Die Twitter-Etikette schreibt, so sehen es einige, vor, dass man denen folgt, die einem selbst folgen. Das
würde ich aus Gründen der Höflichkeit soweit schon auch so sehen. Aber: Muss ich wirklich Tweets von jemandem ertragen, dessen Inhalte mich so überhaupt nicht interessieren? Ist das noch sinnvoll? Und werde ich ihm damit gerecht? Ich bin der Meinung nein! Und deshalb schaue ich mir ganz genau an, wem ich selbst folge. Twitter schickt mir eine kurze Mail, wenn ein neuer Follower (sorry Freunde, irgendwie wird das nicht besser…. Englisch, Deutsch oder was?) für mich da ist. Ich schaue mir an, was er so in seinen letzten Tweets gepostet hat und gehe, sofern vorhanden, auch noch mal auf seine Webseite (wo man übrigens wunderbare Fundstücke machen kann). Wenn mich das alles anspricht: Voilá, bitte schön, folge ich ihm/ihr gerne.
Finde ich allerdings so gar nichts, womit ich was anfangen kann, freue ich mich natürlich über meinen Neuzugang, werde aber eben kein “Fan”. Sorry. Man kann (und muss) ja nicht alles toll finden, oder? Das erwarte ich umgekehrt von Leuten, die auf meine Tweets stoßen auch nicht.
Lassen Sie mich doch mal wissen, wie Sie es mit Ihren Twitter-Freunden halten? Sie sind doch schon auf Twitter, oder etwa nicht??
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