Ebook-Reader jetzt auch in Deutschland
October 9th, 2008 by Kirsten Erlenbruch
Frankfurts 5te Jahreszeit steht vor der Tür: Die alljährlich stattfindende Buchmesse. Und die scheint sich in diesem Jahr ganz besonders auf das Thema E-Books zu konzentrieren, führen doch wohl 350 Aussteller die elektronischen Bücher in ihrem Angebot.
Denn auch ohne die passenden Lesegeräte haben sich E-Books, zumeist in Form von pdf-Dateien, längst einen Platz auf unseren heimischen Computern erobert. So ist Information (ein Produkt mit einem raschen Verfallsdatum) schnell und zumeist kostengünstig (da für den Hersteller/Schreiber keine Druckkosten anfallen) zu haben.
Und wer schon mal mit zig Kilogramm Reiselektüre im Koffer unterwegs gewesen ist, hat sich sicherlich bereits schon mal inbrünstig eine andere (vor allem Rücken-schonendere) Lösung gewünscht.
Jetzt scheint Abhilfe in Sicht, denn zum kommenden Weihnachtsgeschäft sollen Kunden gleich mit 4 unterschiedlichen E-Book-Readern beglückt werden.
- Der Sony E-Book-Reader PRS-505 kommt im Handtaschenformat Din A5 daher. 7.000 Seiten sollen sich mit einer Akuladung lesen lassen (da kann man sich schon mal den ganzen Tolstoi “reinziehen”). Auf dem eingebauten Speicher lassen sich rund 160 Bücher speichern, zusätzlich kann durch Speicherkarten um 16 GB erweitert werden. Für ausreichendes Lesevergnügen ist also gesorgt. Wann das smarte Gerät in die Läden kommen soll und zu welchem Preis, konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen.
- Der Online-Buchhändler Amazon hat seinen europäischen Kunden bereits seit knapp einem Jahr den Mund wässrig gemacht mit seinem Eigenprodukt Kindle, das bislang nur in den USA erhältlich ist. Auch der Kindle hat ein Din A5 Format, wiegt knapp 300 g und kann ca. 200 Bücher speichern. Der Clou ist, dass sich derzeit rund 170.000 E-Books direkt bei Amazon auf den E-Book-Reader runterladen lassen. Im Schnitt kostet jedes E-Book US $ 10,00. Amazon versucht mit dieser Strategie an den Erfolg von Apples IPod und ITunes-Store anzuknüpfen. Die Chancen stehen nicht so schlecht, dass dies gelingt. Die Fachpresse geht davon aus, dass Amazon auf der Frankfurter Buchmesse den Deutschland-Start für Kindle ankündigen wird. Das Gerät kostet in USA derzeit knapp US$ 360,00, wir dürfen gespannt sein, wie hier umgerechnet wird.
- Die Firma Plastic Logic (finde ich persönlich jetzt keinen so vertrauenserweckenden Namen…) geht mit seinem schlicht Reader genannten E-Book-Reader einen etwas anderen Weg. Das Gerät ist knapp Din A4 groß und verfügt über einen biegsames Display. Zielgruppe sind hier wohl eher Manager, die auf dem E-Book-Reader Unterlagen, Präsentationen, etc. transportieren sollen. Start für dieses Gerät soll Mitte 2009 sein.
- Last but not least: Der Readius der Firma Polymer, der wie ein kleines Smartphone mit ausziehbarem Rolldisplay daher kommt. Die nur 115 g schwere eierlegende Wollmilchsau kann nicht nur alle gängigen E-Book-Formate anzeigen, sondern auch noch mittels UMTS ins Internet, um dort Emails abzuholen oder neue E-Books downzuloaden. Einziges Manko: Das zum wirklich bequemen Lesen etwas klein geratene Display. Auch hier stehen Verkaufsstart und Preis noch nicht fest.
Sieht so aus, als würden wir der papierlosen Welt doch ein kleines Stückchen näher kommen. Unsere Wälder werden es uns danken.
Ich persönlich bin und bleibe ein Buchfetischist und brauche auch das haptische Erleben von papierenen Seiten, die umgeblättert werden. Verführerisch bei den E-Books ist aber natürlich die rasche Verfügbarkeit von Inhalten sowie die technischen Möglichkeiten Seiten oder einzelne Passagen auch mal größer zu ziehen. Für mich als Brillenträger auf jeden Fall ein Argument. Buch und E-Book werden also nebeneinander existieren können.
Für all’ die, die in der Informationsbranche arbeiten - und das dürften im Internet wohl die meisten sein - können jetzt rosige Zeiten anbrechen. Scheiterte der Kauf eines E-Books bislang von Fall zu Fall noch am nicht sehr bequemen und augenfreundlichen Lesemodus auf dem heimischen PC (denn wer wollte sich schon die zig Seiten wirklich ausdrucken), wird das E-Book bald zu einer wirklichen Alternative und die Erstellung eben solcher zu einem neuen Markt.
Wer da also schreiben kann, spitze schon mal die Bleistifte (oder poliere die Tastatur)…
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