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Niche09 - Nachlese, Teil 1

June 22nd, 2009 by Kirsten Erlenbruch

Am vergangenen Samstag (20.06.09) fand im Münchner SZ-Verlag ein erstes Podcamp, die Niche09 statt. Und was “Podpimp” Alex Wunschel (Podcast: Blick über den Tellerrand) zusammen mit dem vor ca. einem Jahr ins Leben gerufenen SZ-Audio auf die Beine gestellt hatte, konnte sich mehr als sehen lassen.

Süddeutsche Zeitung

Süddeutsche Zeitung

Um es gleich vorweg zu sagen: Das erste Highlight war schon mal der Blick aus den Fenstern des Konferenzraums im 26. Stock des SZ-Towers - wow! Schade nur, dass das Wetter nicht mitgespielt hat und uns so ein Blick auf die Alpen verwehrt blieb. Trotz alledem - höchst eindrucksvoll, so wie das ganze, noch völlig neue Gebäude des Süddeutsche Zeitung Verlags. Klar, dass das Team vor Ort für absolute Professionalität sorgten, mit einer kleinen Einschränkung: Das äußerst wackelige W-Lan, was die Nutzung von Blogs, Twitter, etc. während des Tages oft zu einem Geduldsspiel machte. Liebe Süddeutsche - da müsst Ihr nochmal nacharbeiten, so wie es sich für einen großen Medienkonzern mit Anspruch gehört ;-)

Insgesamt wurden auf der Niche09 von 09.00 Uhr morgens bis 18.00 Uhr abends insgesamt 18 Sessions rund um das Thema Podcasting (wozu Audio und Video gehören) angeboten. Alle Sessions waren hoch interessant, aber da immer drei gleichzeitig liefen, hatten die Teilnehmer die Qual der Wahl. Auf sechs Sessions habe ich es aber dann doch gebracht und den Rest hoffe ich mir auf www.niche09.de demnächst anhören und/oder ansehen zu können, da von allen Sessions entsprechende Aufnahmen gemacht wurden. Alle, die es nicht geschafft haben (die Teilnehmerzahl war auf 150 begrenzt), sollten unbedingt mal reinschauen.

Ich habe meinen Tag mit dem Workshop “Besserer Klang mit wenig Aufwand: Tipps und Tricks beim Podcast-Produzieren” von Constantin Gonzales (Heldenfunk) begonnen und wurde gleich mit einer ganzen Menge technischem Wissen “beworfen”. Mit das Wichtigste, was ich mitgenommen habe, ist die Tatsache, dass man sehr gute Audio-Ergebnisse erzielen kann, ohne dabei arm zu werden, sofern man an der richtigen Stelle investiert.

Constantin Gonzales

Constantin Gonzales

Dabei ist es wichtig für die richtige Umgebung zu sorgen (Hall, Brummschleifen, etc. vermeiden), was keine Kosten verursachen dürfte und sein Budget hauptsächlich auf ein wirklich gutes Mikrofon zu konzentrieren. Wenn noch Geld übrig ist, dann erst in Voverstärker, Mischpult und evtl. Software (wobei das kostenfreie Audacity bereits hervorragende Dienste leistet) stecken.
Für “mobile” Aufnahme empfehlen sich, je nach Geldbeute der ZoomH2 oder ZoomH4 (beides kam auf der Niche09 heftig zum Einsatz).

So mit technischem Know-How gestärkt machte ich mich auf zu “Konzeption, Vorbereitung und Planung von Video-Produktionen”. Alex “IFranz” Köllner (ifranz.tv) gab hier erst mal interessante Tipps zu den neuen, kleinen HD-Videokameras. Diesen Nischenmarkt teilen sich derzeit wohl die amerikanische Flip und die von Mitsponsor Kodak der Niche09 zur Verfügung gestellten Modelle Kodak Zi6. Der Trend geht hin zu immer kleineren Modellen, die gleichwohl HD-fähig sind, jedoch natürlich bei Zoom-Funktionen und Mikrofon (noch) zu wünschen übrig  lassen. Kodak hat daraus gelernt und bietet eines der kleinen Modelle mit einer speziellen Makro-Funktion an. Ab Herbst soll ein Modell auf den Markt kommen, das es erlaubt, ein externes Mikro anzuschließen - spätestens dann werden die kleinen “Video-Freunde” interessant. Anschaffungskosten liegen so bei € 150,00.

Im Anschluss stellten Bastian Wölfle und Tino Tezel von DigitalUpgrade eine faszinierende Software mit dem (ebenso faszinierenden) BoinxTV vor. Mit dieser (allerdings nur für Mac-User nutzbaren) Software ist es möglich ein komplettes, hoch professionell aussehndes Videostudio zu simulieren. Sie können sich selbst mittels Kamera aufnehmen, dann aber einen frei gewählten Hintergrund einbinden, Untertitel oder “Bauchbinden” ebenso hinzufügen wie Logos, zusätzliche Videos oder Screencasts einfügen, etc. Dabei können Sie dann mit Ihrer Show auch gleich live online gehen - wie wir es aus dem Fernsehen (Sie erinnern sich, das war der große Kasten im Wohnzimmer, bevor es Internet gab….) kennen. Sehr beeindruckend. Und das Beste: Die Software kostet in der “Sponsored-Edition” (dann müssen Sie am Ende des Clips einen Hinweis auf Boinx-TV einbauen) nur US$ 199,00 - in der Vollversion US$ 499,00.

Der letzte Workshop vor der Mittagspause fiel dann leider etwas ab, auch wenn Kim Sophie Steinbach von Make.TV sich viel Mühe gab, das Geschäftsmodell ihres Arbeitgebers im sonnigsten Licht erstrahlen zu lassen. So ganz überzeugt waren die Teilnehmer wohl nicht, wie ich bei den anschließenden Diskussionen hören konnte. Bei Make.TV können Sie Ihre Video-Show live zelebrieren und auch hier gibt es einige technische Gadgets, die Ihren Auftritt professionell erscheinen lassen. Was ich persönlich wirklich gut fand, ist die Möglichkeit den Feed zur Live-Show z.B. auf dem eigenen Blog einzubinden, so dass die Blog-Besucher direkt live dabei sind. Über eine Chat-Funktion können Zuseher mittels Einladung auch live in die Show geholt werden (der Zuseher bekommt eine Einladung, bestätigt und das System schaltet ihn, im Idealfall mit Webcam und Mikro, live zu) und so können Interviews z.B. mit Bild im Bild-Funktion geführt werden.

Der Knackpunkt an der Sache ist jedoch, dass die Shows zwar aufgezeichnet werden und im Archiv von Make.TV zum Abrufen bereit stehen, das Verwenden der Dateien auf anderen Portalen jedoch etwas umständlich ist. Zwar lassen sich die Video-Dateien herunterladen, jedoch ausschließlich im Flash-Format wobei alle hinzugefügten Ad-Ons (z.B. Logo) in separaten Dateien kommen und dann mühsam wieder zusammengefriemelt werden müssen. Nun ja. Es gibt einene kostenlosen Account, mit dem man das Ganze ja mal testen kann. Bis zu 50 Personen können damit gleichzeitig auf den Live-Stream zugreifen, max. 30 Minuten in der Woche darf gebroadcastet (es lebe das “Denglish”) und insgesamt nicht mehr als 10.000 Sehminuten verbraucht werden. Ein Test lohnt sich sicherlich und 50 Personen, die gleichzeitig schauen, wollen auch erst mal gefunden werden, für den Anfang kommt man da sicher eine Weile zurecht. Wo genau (abgesehen von ein paar kleinen Gadgets) jetzt der Vorteil gegenüber z.B. Ustream sein soll, ist mir allerdings nicht ganz klar geworden.

Wie es nach dem leckeren Mittagessen bei der SZ in München weiterging - lesen Sie morgen hier.

This entry was posted on Monday, June 22nd, 2009 at 8:15 am and is filed under Veranstaltungen. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

3 responses about “Niche09 - Nachlese, Teil 1”

  1. feelbest said:

    Ich kann es nur bestätigen, ein echt schönes und super durchorganisiertes Wochenende! Viel gelernt und auch viele neue nette Menschen kennen gelernt. Alle die nicht dabei waren, haben wirklich was verpasst! http://www.niche09.de

  2. Webmarketing News MashUp | Usability, Internetmarketing, Google, Landingpages, Suchmaschinenoptimierung, Betriebssystem | eTactic said:

    [...] II AdSense als HandyApp Interview zum Thema One-Time-Offer Search Wiki Kommentare Webgreenhorn Niche09 – Nachlese Newsletter und Internetmarketing nur für [...]

  3. Pod-News für den 11.Juli 2009 | PodTown said:

    [...] niche09-Nachlese von Kirsten Erlenbruch im Blog “Erfolgreiches Internet [...]

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