Kennen Sie Ihren Wert?
June 29th, 2009 by Kirsten Erlenbruch

Hier soll nicht die Rede sein von Ihrem individuellen unschätzbaren Wert, ebensowenig wie von dem reinen “Materialwert” des menschlichen Körpers. Hier geht es um Ihre Profitabilität. Und dazu wollen wir uns ein Beispiel ansehen. Nehmen wir an Sie verdienen als angestellter Mitarbeiter ein monatliches Bruttogehalt von € 3.000,00. Das kostet Ihren Arbeitgeber ungefähr nochmal 30% mehr für Ihre Sozialabgaben, Ihren bezahlten Urlaub, Krankheitstage, das Bereithalten Ihres Arbeitsplatzes, etc. Macht also € 3.900,00 im Monat. Nehmen wir weiter an, Sie arbeiten 40 Stunden in der Woche, also 160 Stunden im Monat. Dann beträgt Ihr Arbeitswert € 24,38 pro Stunde. Das ist der Betrag, den Sie Ihrem Arbeitgeber “bringen” müssen, damit er nicht drauf zahlt. Arbeiten Sie also z.B. als Installateur, dann muss Ihr Arbeitgeber mindestens diesen Stundensatz an seinen Kunden weiter belasten (er berechnet natürlich entsprechend mehr, was Sie auf Ihrer eigenen Handwerkerrechnung schmerzlich erkennen können).
So weit, so gut. Nehmen wir jetzt einmal an, Sie möchten sich selbständig machen, in dem Sie Ihr Know-How, Dienstleistungen oder Waren im Internet verkaufen. Und Sie möchten monatlich € 10.000,00 verdienen (brutto). Wenn man sich selbständig macht (und auch bleiben möchte), muss man meistens etwas mehr arbeiten, wir gehen mal vorsichtig von 200 Stunden im Monat aus. Dann ist Ihr Arbeitswert somit € 50,00 pro Stunde.
So, und jetzt wird es interessant, denn nun können Sie anfangen gegen zu rechnen. 3 Stunden Hausputz, den Sie selbst erledigen (und damit keine Zeit haben, Ihr Geschäft voranzutreiben) kosten Sie somit € 150,00. Autsch! Eine Putzfrau, die Ihren Hausputz ebenso gut (vielleicht sogar besser) erledigen könnte, würde wahrscheinlich mit € 10,00 bis € 15,00 pro Stunde zu Buche schlagen, also zwischen € 30,00 und € 45,00 kosten.
Wenn Sie sich abends 3 Stunden lang durch alle Programme Ihres Fernsehers zappen - wupps, € 150,00 “verloren” (mal abgesehen von den Gehirnzellen, die dabei auf der Strecke bleiben). Einen Nachmittag planlos im Internet herumgesurft - € 150,00 minus. Und so weiter und so fort.
Jetzt soll das natürlich nicht heißen, dass Sie sich ab sofort nicht mehr vor dem Fernseher erholen dürfen (auch wenn es sicherlich bessere Erholungsmöglichkeiten gibt), nie mehr Freunde treffen, etc. Es ist nur hin und wieder einmal sinnvoll, darüber nachzudenken, wie viel von dem, womit wir unsere Tage füllen, uns wirklich unserem Ziel näher bringt. Und da sind klare Zahlen meistens ein ganz gutes Mittel. Da lohnt es sich schon, darüber nachzudenken, ob es wirklich sinnvoll ist, dass Sie sich mühsam viele, viele Stunden in HTML- oder andere Programmierungen einarbeiten um dann eine mehr oder weniger gute Webseite zu erstellen, während das ein Programmierer in Indien für US$ 5,00 in der Stunde in der Hälfte der Zeit erledigen könnte. Während Sie sich um Ihr Produkt, um Marketing, etc. kümmern, also um Dinge, die Ihren Umsatz steigern und/oder beschleunigen.
Ja ich weiß, besonders wenn man neu in eine Selbständigkeit startet, sind die finanziellen Mittel meist begrenzt, Zeit scheint man im Gegensatz dazu in nahezu unbegrenzter Menge zu haben. Völlig richtig. Und zu Anfang ist es sicherlich sinnvoll mehr selbst zu machen, aber sobald Ihr Geschäft die ersten Umsätze generiert, sollten Sie anfangen genau nachzurechnen. Denn Ihre Zeit ist wertvoll - nicht nur für Ihren Arbeitgeber.
This entry was posted on Monday, June 29th, 2009 at 8:15 am and is filed under Internet-Gadgets, Strategie. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

