November 18th, 2009 by Kirsten Erlenbruch
Kürzlich wollte ich etwas für einen Kunden recherchieren und machte mich, wie sollte es anders sein, im Internet auf die Suche. 4 Stunden später war ich zwar vermeintlich um einiges klüger, hatte aber meine ursprüngliche Aufgabe immer noch nicht erfüllt. Dafür war ich auf dutzenden von interessanten Webseiten, hatte mir Videos angesehen, Audios gehört und durchaus amüsante und interessante Blogeinträge gelesen.
Kennen Sie das? Das größte „Ablenkungsmanöver“ ist das World Wide Web und man kann sich auf wunderbare Weise darin verlieren, ohne auch nur ein Stück erledigt zu bekommen. Es liefert unserem „inneren Schweinehund“ Futter für Jahre und nährt so unsere „Aufschieberitis“.
Online-Marketer und alle die im und mit dem Internet arbeiten sind da besonders gefährdet. Oftmals arbeiten wir allein und/oder von zu Hause aus und das alleine liefert schon eine Unmenge an Ablenkungsmöglichkeiten. Da klingelt das Telefon und eine alte Freundin möchte gerne ein wenig schwatzen, Kinder und Partner haben Wünsche, der Hund muss Gassi geführt werden und, ach ja, da ist ja auch noch der Abwasch, der genau jetzt dringend erledigt werden muss.
Wenn Ihnen all‘ das nur zu bekannt vorkommt, hier ein paar Strategien, die Ihnen helfen können:
- Finden Sie zunächst einmal heraus, wann Sie selbst am konzentriertesten sind. Für Morgenmenschen sind das meist die frühen Morgenstunden, Abendmenschen sind vielleicht am späten Abend besonders fit. Beobachten Sie sich selbst ein paar Tage und finden Sie auch Ihre „leeren“ Zeiten heraus, also die, an denen Sie eher zu Müdigkeit neigen z.B. nach dem Mittagessen. Planen Sie, soweit das möglich ist, Ihre Aufgaben nach Ihrem persönlichen Biorhythmus, also, Aufgaben, die besondere Konzentration erfordern in den „fitten“ Zeiten erledigen.
- Auch wenn es lästig ist: Erstellen Sie für jeden Tag eine To-Do-Liste. Schreiben Sie genau auf, was Sie heute erledigen wollen und müssen. Schreiben Sie zunächst alles auf, was Ihnen einfällt und sortieren Sie erst dann, wenn Ihre Liste komplett ist. Finden Sie heraus, was wirklich dringend ist (also an diesem Tag erledigt werden MUSS) und was wichtig ist, also Ihrem Geschäft dient.
- Wechseln Sie ab zwischen „schwierigen“ oder „umfangreichen“ und ungeliebten Aufgaben und Erledigungen, die Ihnen leichter fallen. Wir brauchen Erfolgserlebnisse und die können wir uns prima mit den „leichteren“ Aufgaben schaffen.
- Gehen Sie zwischendurch mal ganz bewusst „Offline“, wenn Sie sich zu leicht ablenken lassen. Viele Aufgaben, z.B. Blogeinträge, Ebooks, etc., lassen sich auch offline schreiben und dann später ins Internet stellen.
- Planen Sie unbedingt ganz bewusst Pausen ein. Kein Mensch kann stundenlang und ohne Unterbrechung konzentriert arbeiten. Allerspätestens alle 2 Stunden, sollten Sie eine kurze Pause einlegen. Verschaffen Sie sich Bewegung, gehen Sie an die frische Luft, tun Sie etwas ganz anderes. Aber: Tun Sie es bewusst und in einem festgelegten Zeitrahmen und kehren Sie dann unerbittlich an Ihren Arbeitsplatz zurück.
- Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, also legen Sie genaue Arbeitszeiten fest (auch und ganz besonders, wenn Sie „nebenberuflich“ arbeiten) und einen festen Arbeitsplatz und sorgen Sie dann dafür, dass Sie wirklich ungestört sind und bleiben. Handys und Festnetztelefone sollten Sie evtl. dann einfach ausstellen.
- Fangen Sie „klein“ an, z.B. mit 30 Minuten konzentrierter Arbeit und steigern Sie Ihr Pensum dann langsam.
- Sparen Sie nicht mit Eigenlob. Am Ende eines Arbeitstages schauen Sie mit Stolz auf Ihre To-Do-Liste und was Sie alles geschafft haben. Und das, was übrig geblieben ist, übertragen Sie gleich auf den folgenden Tag.
Viel Erfolg!
Category: Strategie |
No Comments »
November 13th, 2009 by Kirsten Erlenbruch
Video, nicht zuletzt Video in HD-Qualität, sind längst DER Trend im Internet. Und aufgrund neuester Technologien sind wir inzwischen auch lange über die verwackelten Heimfilmchen hinaus. Das Auge des Betrachters dankt es. Wenn Sie Videos für Marketing-Zwecke einsetzen, versteht sich ein Mindestmaß an Professionalität ohnehin von selbst.
Am professionellsten ist es natürlich, wenn Sie Ihr Marketing-Video auf “Ihrem” Server hosten und direkt in Ihre Webseite einbinden. Aber damit entgeht Ihnen natürlich der Verbreitungsgrad, den viele Videoportale mittlerweile haben. Und darüber lohnt es sich schon einmal nachzudenken.
Bevor Sie Ihr Video auf ein Videoportal hochladen, sollten Sie sich ein paar Gedanken machen und zwar sowohl über die Technik, über evtl. anfallende Kosten und nicht zuletzt über Ihre Zielgruppe, resp. die Besucher des jeweiligen Portals.
- Welche Art von Videodaten möchten Sie verwenden (Art, Größe, Länge des Videos)?
- Welche Qualität von Video möchten Sie anbieten (HD)?
- Wollen Sie Ihr Video von dem Videoportal wieder auf der eigenen Seite einbinden oder möchten Sie, dass andere das auf ihren Seiten tun können?
- Soll die Grafik des Videos (also z.B. die Größe des Fensters, der Rahmen, etc.) nach Ihren Wünschen anzupassen sein?
- Soll es eine Möglichkeit geben, das Video herunterzuladen?
- Welche Kosten kommen evtl. auf Sie zu?
- Werden auf dem Videoportal Anzeigen gezeigt und “stören” die evtl. den Inhalt Ihres Videos?
- Bietet das Portal Statistikdaten über z.B. Abrufzahlen Ihres Videos an?
- Können Sie Ihr Video “monetarisieren” z.B. durch Anzeigen?
Hier ein paar Video-Portale im Vergleich:
- YouTube
Zweifelsohne nach wie vor das größte und weltweit bekannteste Videoportal mit 52.1 Mio. “unique views” im Monat.
Hier können Sie Ihr Video auch in HD anbieten, allerdings ist die Länge des Videos auf 10 Min. begrenzt. Wenn Sie sich als Partner qualifizieren, können Sie auch längere Videos hochladen und werden an den Umsätzen der von YouTube geschalteten Anzeigen beteiligt.
- Blib.tv
Ist eher ein Fernseh-Netzwerk mit vielen “Serien”. Aber im Vergleich zu YouTube ein kleiner Fisch it 2,2 Mio. “unique views” im Monat. Auch hier können Sie Ihr Video in HD-Qualität hochladen, jedoch ist auch hier die Länge auf 10 Min und 1 GB beschränkt. Wenn Sie möchten können Sie Anzeigen zulassen und verdienen 50% dabei.
- Vimeo
Noch eher ein “Fischlein”, wenngleich ein edles und stetig wachsendes mit derzeit 351.000 “unique views” im Monat. HD-Videos sind möglich. Hier gibt es zudem die Möglichkeit, Ihre Videos “private” zu halten, also nur von Ihnen ausgewählten Personen Zugang zu gestatten. Die kostenfreie Variante erlaubt das Hochladen von bis zu 500 MB pro Video insgesamt 1 GB pro Monat. Mit der bezahlten Variante (US$ 60,00 im Jahr) darf Ihr Video bis zu 2 GB groß sein, insgesamt 20 GB im Monat.
- Dailymotion
Derzeit ca. 7 Mio. “unique views” im Monat. Allerdings erlaubt sich Dailymotion, Ihre Videos mit Anzeigen zu versehen und zwar als pre-roll oder post-roll, also Ihrem Video vor- oder nachgeschaltet. Die Videos können auf anderen Seiten eingebunden, jedoch nicht heruntergeladen werden.
- Facebook
Ja, auch hier lassen sich Videos einbinden und wer viel mit und in Facebook arbeitet, für den ist das durchaus eine (Zusatz-)Möglichkeit.
- Ustream oder Livestream
Dies sind zwei Portale, auf denen Sie live senden können, also Ihre eigene kleine Video-Live-Show produzieren, die dann gespeichert und auch später noch angesehen werden kann. Eher etwas für “Fortgeschrittene”.
- TubeMogul
Wenn es Ihnen hauptsächlich um (mehr oder weniger) virale Verbreitung geht, Sie Ihr Video also auf möglichst vielen Portalen unterbringen möchten, dann ist TubeMogul der geeignete Service. Einmal hochgeladen, verbreitet der Service Ihr Video auf den von Ihnen gewünschten Portalen (allerdings müssen Sie auf jedem vorab einen Account eröffnen).
Category: How-to, Strategie, Video, YouTube |
1 Comment »
November 12th, 2009 by Kirsten Erlenbruch
Wenn wir das Wort “Abo” hören, bekommt so mancher Gänsehaut und erinnert sich mit Grausen wie er/sie schon mal auf einen Zeitschriften-Drücker an der Haustüre reingefallen ist und sich mir nichts dir nichts in einem nie enden wollenden Abo einer völlig uninteressanten, dafür aber umso teureren Zeitschrift wiedergefunden hat. Gruselig.
Das Wort “Abo” genießt keinen allzu guten Ruf im deutschen Sprachgebrauch. Eine Tatsache, die auch Podcaster immer wieder zu spüren bekommen, wenn sie empfehlen, ihren Podcast auf ITunes zu abonnieren. Das klingt eben gleich nach Kosten und leider auch nach “Knebelvertrag”.
Nennen wir es also nicht Aboprogramm, sondern einfach “Mitgliederprogramm”, das klingt zwar etwas holperiger als der englische Begriff “Membershipsite”, ist dafür aber auch weniger vorbelastet. Was ist das und wie kann das funktionieren?
Sie wissen etwas, was andere nicht wissen, Sie können etwas, was andere nicht können oder Sie haben etwas, was anderen nützlich sein kann. Ihr Können, Ihr Wissen oder Ihr Produkt können Sie jetzt im Internet Ihren potentiellen Kunden zum Kauf anbieten. Der Kunde kommt auf Ihre Webseite, ihm gefällt, was Sie anbieten, er kauft und - weg ist er. Schade eigentlich, oder?
Bei einem Mitgliederprogramm verkaufen Sie Ihr Wissen oder Ihr Produkt dagegen nicht einmal, sondern in kleinen Teilen auf einen längeren Zeitraum gegen eine monatliche Gebühr. Das heißt, Sie haben nur einmal (1 x) den Aufwand des Verkaufens, dafür aber ein kontinuierliches Einkommen.
Wie kann das funktionieren?
- Physikalische Produkte
Auch wenn wir uns in der “Online-Welt” bewegen, muss das noch lange nicht heißen, dass Sie nicht auch “Offline-Produkte” anbieten können. Zum Beispiel eine monatliche CD (z. B. mit Interviews mit Fachleuten), eine DVD mit Film oder vielleicht ein gedruckter und per Post versendeter Newsletter. All’ das ist zwar etwas aufwändiger, aber heutzutage durch entsprechende Dienstleister, Digitaldruck etc. immer noch recht einfach und preiswert zu handhaben. So erreichen Sie die Kunden, die gerne “etwas in der Hand halten”. Diese Produkte werden dann in regelmässigen Abständen (in der Regel 1 x im Monat) an die Kunden verschickt gegen eine monatliche Gebühr. Also ein “Abo”, so wie wir es kennen.
- Nicht physikalsische Produkte
All das können Sie natürlich auch nur online zum Download anbieten. Dabei gibt es unterschiedliche Herangehensweisen:
a) Der Kunde bekommt jeden Monat die entsprechenden Dateien per Email zugeschickt (nicht gut, wenn es sich z.B. um große Videodateien handelt).
b) Der Kunde bekommt jeden Monat einen Link zu einem Passwort-geschützten Bereich Ihrer Webseite, wo er die aktuellen Daten online sehen/hören/lesen oder nach Belieben herunterladen kann.
c) Der Kunde hat generell Zugang zu einer Password-geschützten Webseite, auf der sich bereits Inhalte befinden und die regelmässig durch neue Inhalte ergänzt werden. Klar, dass es da den einen oder anderen Schlauberger geben wird, der einen Monat bezahlt, sich möglichst viel herunterlädt und dann Ihr Programm wieder kündigt. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass sich dieses Verhalten im Rahmen hält, sofern Ihre Inhalte wertvoll sind und wirklich regelmässig ergänzt werden.
- Produkte, die helfen
Der Mensch neigt zur Bequemlichkeit und auch das können Sie sich zu Nutze machen, z.B. durch Produkte, die Sie für Ihre Mitglieder erstellen, z.B. Webdesigns, Applikationen, Artikel, etc. Diese bieten Sie dann im Rahmen eines Abos zum Download an.
- Coaching
Sie bieten Ihren Kunden, gegen eine natürlich entsprechend höhere Gebühr, Ihre persönliche Unterstützung an. Das kann per Telefon sein (z.B. 1 Stunde pro Woche), das kann per Teleseminar sein oder auch direkt vor Ort in Form von Seminaren oder 1 zu 1 Schulungen.
- Mikro-Mitgliederprogramme
Mikro-Mitgliederprogramme, sind Programme, die über einen fest gelegten Zeitraum laufen, also z.B. für 12 oder 24 Monate. In dieser Zeit erhält Ihr Kunde Stück für Stück Ihre Informationen und weiß am Ende alles, was er wissen muss. Das macht die Sache für den Kunden ebenso wie für Sie überschaubar.
- Der Preis
Was Sie für Ihr Wissen oder Können resp. Ihr Produkt verlangen können, lässt sich natürlich pauschal nicht beantworten. Bewährt haben sich alle Preise, die auf 7 enden, also € 27,00, € 37,00, € 47,00, € 97,00 etc. Je hochwertiger Ihr Produkt, je exklusiver Ihr Wissen, desto höher kann der Preis sein. Natürlich muss das, was Sie liefern einen entsprechenden Gegenwert darstellen. Wenn Sie versuchen “Mist” zu verkaufen, spricht sich das schnell herum und Ihr Ruf ist ruiniert.
Bieten Sie nicht mehr als 2 Zahlungsoptionen an, also z.B. monatliche Zahlweise oder jährliche Zahlweise - alles andere verwirrt nur. Die Abrechnung kann z.B. recht einfach über PayPal erfolgen.
Bieten Sie eine jährliche Zahlweise an, machen Sie diese günstiger (etwa den Gegenwert von 6 oder 7 Monaten) und bieten evtl. noch ein zusätzliches “Zuckerl” an (z.B. eine CD, einen extra-Download nur für Jahreszahler, etc.).
- Verweildauer
Wie lange Ihre Kunden Ihnen treu bleiben, hängt davon ab, wie gut Sie resp. Ihre Inhalte sind. Die durchschnittliche Verweildauer liegt ca. bei 4 bis 5 Monaten und das sollten Sie mit einkalkulieren.
- Ausbau
Ein solches Mitgliederprogramm lässt sich wunderbar ausbauen z.B. in eine Bronze-, Silber- und Gold-Mitgliedschaft mit abgestuften Inhalten und Preisen. Als Faustregel gilt hier: Je “näher” der Kunde Ihnen kommt, desto teurer wird es (z.B. Bronze = reine Online-Mitgliedschaft mit Zugang zu den Online Daten, Silber = Bronze plus 1 zusätzliche Telefon-Coachingstunde im Monat oder Quartal, Gold = Silber plus 1 zusätzliches Exklusives Seminar).
- Technik
Eine solche Mitgliederseite können Sie bereits ohne großen Aufwand über einen Wordpress-Blog mit einem Password-geschützten Bereich abdecken. Das ist nicht besonders elegant, erfüllt aber seinen Zweck und kostet nichts. Wer es etwas komfortabler haben möchte, verwendet ein Membership-Programm wie z.B. Wishlistmember oder Membergate. Google Sie einfach mal nach “Membership Site Software”.
Category: How-to |
2 Comments »