Erfolgreiches Internet Marketing

Internet-Marketing in den Zeiten von Web 2.0



Hinken wir hinterher?

November 3rd, 2009 by Kirsten Erlenbruch

Alles, was neu ist, kommt aus den USA! Oder nicht?

Besonders, wenn es ums Internet und/oder die entsprechende Technik geht, schielen wir immer gerne ein wenig neidisch über den großen Teich. Aber, sind uns die Amerikaner wirklich so weit voraus?

Mein Besuch auf der diesjährigen BlogWorld Expo in Las Vegas ergab für uns Europäer gar kein so schlechtes Bild.

1. Internetverbindung
Klar, die Zahl der Internet-Nutzer steigt ständig, so natürlich auch in den USA. Aber von “flächendeckend” kann auch hier nicht die Rede sein. Die USA sind groß und es gibt immer noch weite Gebiete die nicht oder nur unzureichend mit schnellen Internet-Verbindungen versorgt sind. Allerdings bemüht man sich dieses Problem auch durch den Einsatz von alternativen Methoden (z.B. über Satellit) auszugleichen. Darüber hinaus planen einige große Städte bereits kostenfreies WiFi im ganzen Stadtgebiet (Chicago hat es wohl bereits).

2. Video/Podcasting
An Video und hier an HD geht mittelfristig kein Weg mehr vorbei, in USA ebensowenig wie bei uns. Interessant ist allerdings, dass sich in USA reine Audio-Podcasts weiterhin steigender Beliebtheit erfreuen. Das mag vor allem daran liegen, dass man beim Hören durchaus noch etwas anderes tun kann (z.B. Autofahren), Video jedoch die komplette Aufmerksamkeit erfordert. Der Trend bei Video-Podcasts geht hin zu Live-Shows (ähnlich dem Fernsehen) die mit entsprechenden Chat- oder Skype-Zuschaltfunktionen Interaktivität erlauben. Zusätzlich sollen sich diese Live-Shows dann auch später noch als “Konserve” ansehen lassen, wenn man sie verpasst hat.
Der eigentliche Clou ist jedoch, dass (Video-)Podcasts ihren Weg auf den heimischen TV-Schirm finden. Kleine Zusatzgeräte sollen es möglich machen und damit wird über kurz oder lang eine wirklich breite Masse erreicht. In diesem Bereich hinken wir in der Tat hinterher, allerdings ist diese Entwicklung auch in den USA absolut neu und wird sicherlich rasch ihren Weg zu uns finden.

3. Monetarisierung
Generell haben Amerikaner ja ein völlig unverkrampftes Verhältnis zu Geld. Die Frage nach dem Verdienst des Gesprächspartners ist weder unhöflich noch indiskret, sondern zeugt von normalem Interesse am Gegenüber. Ebenso unverkrampft wird mit der Monetarisierung von Webinhalten umgegangen. Es darf nicht nur etwas verdient werden, es muss sogar. Es ist hier in keinster Weise ehrenrührig, Anzeigen auf seinem Blog zu schalten, Affiliate-Links einzubauen oder sich sogar für bestimmte Blog-Beiträge bezahlen zu lassen. Und so gibt es hier eine große Anzahl von Agenturen, die sich darauf spezialisiert haben, Anzeigenkunden mit den passenden Blogs zusammen zu bringen. Das sind eben nicht nur Affiliate-Netzwerke, sondern professionelle Agenten, die zwischen beiden Parteien sachkundig vermitteln und dafür Sorge tragen, dass sich die richtigen Partner finden.
Dennoch ist, ähnlich wie bei uns, die Zahl der Blogger, die mit ihren Blogs wirklich Geld verdienen (will heißen: so viel, dass sie davon leben können) noch sehr, sehr gering. Das Märchen vom Online-Millionär über Nacht funktioniert eben hüben wie drüben nicht.

4. Strategien
Wenn es um Monetarisierung geht, geht der Trend ganz klar hin zu so genannten Continuity-Programmen. Will heißen, man bietet seinen Kunden eine monatliche Mitgliedschaft an und liefert dafür Zugang zu entsprechenden Informationen/Inhalten.  Wobei man sich hier auch nicht scheut, Inhalte zwei oder mehrmals zu verkaufen ähnlich den großem Filmgesellschaften, die erst mit dem Kinofilm, dann durch DVDs und CDs und dann im Idealfall noch durch entsprechendes Merchandising Geld verdienen. Auch wenn es schwer zu glauben ist, aber die Mehrheit aller Käufer kauft gerne auch ein zweites oder sogar drittes Mal (kennen wir ja beim Fall von Kinofilm und DVD von uns selbst). Bei uns würden solche Continuity-Programme schnell den Begriff “Abo” angehängt bekommen und eben der genießt keinen allzu guten Ruf. Und dennoch ist davon auszugehen, dass auch dieser Trend langsam zu uns gelangen wird. Wobei der Erfolg solcher Programme natürlich an der Qualität der angebotenen Informationen/Dienstleistungen hängt. Wer glaubt, mit Mist schnell reich zu werden, wird schnell eines Besseren belehrt werden. Die Kunden sind, zu Recht, kritisch.

5. Fazit
Ja, es gibt einige technische Entwicklungen, die die USA uns voraus haben. Aber meines Erachtens längst nicht mehr so viele, wie vor 10 oder 20 Jahren, was sicherlich nicht zuletzt dem Internet zu verdanken ist. Wir Europäer können da ganz gut mithalten und vielleicht wird es schon bald so sein, dass die neuesten Trends nicht mehr aus der neuen, sondern aus der alten Welt kommen.

This entry was posted on Tuesday, November 3rd, 2009 at 9:15 am and is filed under News, Strategie. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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