Warum wir Dinge aufschieben - und wie wir das vermeiden können
January 8th, 2010 by Kirsten Erlenbruch
In den meisten Fällen wissen wir nur zu genau, was und wie etwas zu tun ist. Aber nur allzu oft, tun wir es nicht, sondern schieben Dinge einfach vor uns her. Und das, obwohl uns der Verstand sagt, dass das ebenso sinnlos wie, oftmals sogar, schädlich für uns ist.
Dinge, die wir aufschieben, sind uns unangenehm. Das Erledigen oder zumindest die Vorstellung des Erledigens, bereitet uns in unserer Vorstellung “Schmerzen”, wenn auch nicht unebdingt körperlich. Unser Unterbewusstsein ist jedoch darauf programmiert Schmerzen jeder Art zu vermeiden und das um jeden Preis - nur so hat die menschliche Spezies überhaupt so lange überlebt.
Heutzutage muss uns unser Unterbewusstsein aber schon lange nicht mehr vor dem gefährlichen Säbelzahntiger schützen (maximal vor dem plötzlich in der Tür stehenden Schwiegertiger). Die “Schmerzen” die wir haben, sind eher psychischer Natur: Die Angst, zu versagen, die Angst nicht gut genug zu sein, etc. Und bevor wir uns bis auf die Knochen blamieren, lassen wir es lieber gleich, oder schieben es auf die lange Bank in der Hoffnung, dass es sich irgendwann von allein erledigt.
Betrachten wir das Problem von der anderen Seite, könnte man sagen, wir scheitern oftmals an unseren eigenen Anforderungen. Wir wollen das Projekt nicht nur “gut”, sondern natürlich herausragend beenden, wir möchten mit der Präsentation nicht nur ankommen, sondern mindestens Applaus dafür bekommen und selbstverständlich sind wir so clever, dass wir auch aus einer noch so komplizierten Steuererklärung noch ein paar Euro herausholen, oder etwa nicht?
Die einzige Möglichkeit, um aus diesem “Teufelskreis” herauszukommen, ist, sein eigenes Unterbewusstsein zu überlisten und hier sind 5 Tipps, wie das gelingen kann:
- Setzen Sie sich erreichbare Ziele
Einer der beliebtesten Vorsätze im neuen Jahr ist es, abzunehmen. Und dabei stolpern fast alle immer über den gleichen Denkfehler: Wir nehmen uns zu viel auf einmal vor! Wir wollen gleich 10, 20 oder mehr Kilogramm abnehmen und diese Zahl klingt so groß, dass unser Unterbewusstsein sofort ein mögliches (und wahrscheinliches) Scheitern wittert und uns sofort sabotiert. Brechen Sie Ihre Ziele also in kleinere Teilziele auf: Statt 10 kg abnehmen, nehmen Sie sich erst mal 2 kg vor. Das ist überschau- und erreichbar (auch in einem überschaubaren Zeitraum). Und Ihre Motivation noch weiter abzunehmen, wird nach Erreichen dieses ersten Zieles noch viel größer sein. - Legen Sie fest, woran Sie messen können, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben
“Mehr Sport treiben” oder “Fitter werden” ist einfach zu ungenau, um uns wirklich zu motivieren. Wieviel ist “mehr” und vor allem, was ist dann besser, wenn dieses “mehr” erreicht ist. Statt “mehr Sport” könnte das Ziel z.B. sein, jede Woche 1 x zum Laufen, zum Schwimmen, ins Fitness-Studio, o.ä. “Fitter werden” könnte ersetzt werden durch, “zu Fuß in den dritten Stock ohne ins Schnaufen zu kommen”, etc. - Konzentrieren Sie sich aufs “Machen”
Es gibt kaum ein Ding oder ein Projekt, das man nicht noch irgendwie ein klein wenig besser machen könnte. Hier liesse sich noch etwas besser formulieren, dort würde ein Grafik gut aussehen, etc. Man nennt das auch den Fuzz-Faktor: Das endlose “Herumschrauben” und vermeintliche Verbessern von Details. So zögern wir Abgabetermine ewig hinaus oder werden gar nicht fertig, mit dem Ergebnis, dass außer uns selbst, ohnehin keiner den Unterschied bemerkt (hätte). Konzentrieren Sie sich auf das Notwendigste. Legen Sie fest, was Ihr Projekt unbedingt haben oder erfüllen muss. Und wenn das erreicht ist, lassen Sie es einfach mal gut sein und raus damit. - Feiern Sie sich und Ihre Erfolge
Wir leben in einer Zeit, in der nur Sieger wahrgenommen werden. Wir kennen die Sportler mit den Goldmedaillen, vielleicht noch die mit den Silbermedaillen, aber spätestens bei Bronze wird es schwierig, ganz zu schweigen von allen anderen auf den Plätzen dahinter. Ja, es gibt Menschen, die sind besser als wir, die haben mehr Erfolg, verdienen mehr Geld, usw. Das wird sich nicht ändern lassen und das trifft übrigens auch auf die ganz Erfolgreichen zu, auch die kennen jemanden, der es noch ein klein wenig besser kann, als sie selbst. Schauen Sie mal für einen Moment nicht auf die anderen, sondern nur auf das, was Sie tun und erreicht haben - und feiern Sie sich dafür. “Obwohl ich dachte, ich schaffe das nicht, habe ich dieses Projekt toll zu Ende gebracht” oder “obwohl mein Blog nicht monatlich 10.000 Leser hat, freue ich mich über die 100 treuen Fans und ihre Kommentare”, etc. - Machen Sie Fehler, viele
Irgendjemand hat mal gesagt: “Zeige mir einen Menschen, der keine Fehler gemacht hat und ich zeige Dir einen Menschen, der nicht viel erreicht hat.” Trauen Sie sich, Fehler zu machen, denn nur die bringen Sie wirklich weiter. Starten Sie Ihr Projekt mit dem Vorsatz, es besser zu machen, als beim letzten Mal, besser, nicht perfekt und gestehen Sie sich dabei Fehler zu. Siehe dazu auch einen meiner letzten Blogeinträge hier zu den Vorteilen von Fehlern.
Kurzum: Seien Sie nicht so streng mit sich und bauen Sie nach jedem erreichten Teilziel eine Belohnung für sich ein. Und wenn es trotzdem mal nicht klappt? Egal, starten Sie morgen nochmal neu. Nur wer aufgibt, kommt nie ans Ziel!
This entry was posted on Friday, January 8th, 2010 at 10:15 am and is filed under Strategie. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.
