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Archive for the 'Strategie' Category



Warum unsere Schulen total versagen

April 1st, 2010 by Kirsten Erlenbruch

Wenn Sie Ihren Kindern eine gute schulische Ausbildung ermöglichen möchten, wandern Sie aus.
Am besten nach Finnland, Korea, Japan oder Neuseeland. Denn das sind die Länder, die in den aktuellen PISA-Studien am besten abschneiden. Wir Deutschen rangieren in allen 3 getesteten Bereichen (Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften) 1 bis 3 Plätze UNTER Durchschnitt. In allen Bereichen, zum Teil erheblich, hinter den von uns lange so geschmähten USA. Nicht gut. Gar nicht gut.

Was aber bedeutend schlimmer ist, und das ist nicht Bestandteil der PISA-Erhebungen, ist ein anderer Bereich in dem unsere Schulen total versagen, und das ist der Umgang mit

FEHLERN.

Solange Kinder noch nicht in Schule oder Kindergarten sind, ist die Welt noch in Ordnung. Mama und Papa finden prinzipiell mal alles toll, was wir so anstellen. Jeder noch so kleine Entwicklungsschritt wird mit begeisterten “Ohs” und “Ahs” bestaunt und gelobt. Und auch wenn die meisten Lernschritte erst nach dem x-ten Versuch zum Erfolg führen, werden wir gelobt und ermutigt und machen eben so lange weiter, bis es klappt.

Wäre das nicht so, könnte kein Mensch laufen, denn um das Laufen zu erlernen, brauchen wir tausende (ja, Sie lesen richtig), tausende von Anläufen und Versuchen bis wir die ersten, wackeligen, kleinen Schrittchen machen können.

Dann kommen wir in den Kindergarten und in den meisten Fällen ähnelt das der Vertreibung aus dem Paradies, denn plötzlich stehen unsere Leistungen auf dem Prüfstand. Wir werden gemessen an den Leistungen anderer Kinder und nicht wenige Eltern entwickeln einen ganz eigenen Ehrgeiz um zu beweisen, dass ihr Sprössling der am weitesten entwickelte ist. Unser Welt wird plötzlich eingeteilt in FALSCH und RICHTIG. Falsch ist dabei in jedem Fall schlecht und nur richtig zählt.
Plötzlich wird nicht mehr unser ausdauerndes Bemühen honoriert, etwas zu lernen, sondern nur mehr das “richtige” Ergebnis. Bauklötze müssen so aufgestellt werden, dass der Turm auch stehen bleibt, gemalte Bäume haben auch wie solche auszusehen, etc.

Kaum haben wir uns von diesem Schock erholt, droht der erste Schultag und mit dem beginnt ein langjähriger Prozess geistiger Verelendung.
Gelernt wird nach Lehr- und Stundenplan und eben nicht mehr nach Interesse, Grad der gerade zur Verfügung stehenden Ausdauer oder Konzentrationsvermögen oder gemäß kindlicher Phantasie. Und ganz klar ist, belohnt wird nur, wer “richtige” Ergebnisse reproduziert. Wer also in der Lage ist, zum Großteil schlicht auswendig Gelerntes zum richtigen Zeitpunkt abzurufen und möglichst fehlerlos wiederzugeben.
Kinder, die dies nicht können oder sich diesem System widersetzen, bekommen sehr bald die Konsequenzen zu spüren: Abstrafung durch “schlechte Noten”, Hohn und Spott der Mitschüler, all das gefolgt meist von stundenlangen Krisensitzungen zu Hause.
Und was lernen wir daraus fürs Leben?

FEHLER MACHEN IST SCHLECHT!

Wer schon einmal einen Sprachkurs an einer Volkshochschule besucht hat, kann dort hautnah erleben, wie selbst Erwachsene fortgeschrittenen Alters mit hochrotem Kopf Antworten hervor stammeln und bei jedem Lachen der anderen Teilnehmer aussehen, als würden sie am liebsten davonlaufen und sich im Keller verstecken.

Nein, der Mensch hat kein angeborenes “Fehlerschamgefühl”, das wird uns antrainiert und verfolgt uns in den meisten (und leider schlechtesten) Fällen für den Rest unseres Lebens. Und das ist fatal!

Fatal, weil es uns nachhaltig daran hindert, eigene, neue Wege zu gehen, neue Dinge auszuprobieren, Neues ohne Scheu zu (er)lernen. Und genau das macht uns mittelmässig.

So ist es nicht erstaunlich, dass so viele erfolgreiche Menschen nur mäßige (oft sogar schlechte) Schüler waren. Was nicht daran liegt, dass alle erfolgreiche Menschen einfach “Spätzünder” sind. Es liegt einzig und allein daran, dass sie nicht bereit (oder in der Lage) waren, sich in dieses System einzufügen. Alle erfolgreichen Menschen sind von Hause aus Querdenker und genau das macht sie so erfolgreich. Neben dem Fleiß und der Ausdauer Dinge, die nicht auf Anhieb funktionieren, so lange zu probieren, so lange zu verändern, bis sie eben funktionieren. Erfolgreiche Menschen leben nicht in einem System von Fehler = schlecht und Richtig = gut. Sie leben in einem System des Hinterfragens: “Warum hat dieses Vorgehen dieses Ergebnis geliefert?” “Was würde passieren, wenn ich diesen oder jenen Parameter verändern würde?”

So wie Kinder im Vorschulalter, die ebenso nach dem Ausschlussverfahren lernen (und zwar so erfolgreich lernen, wie später nie wieder in ihrem Leben). Wenn dieser Weg nicht zum Ziel führt - prima, dann kann ich den schon mal ausschließen und mich auf einen anderen Weg konzentrieren.

Vielleicht sollten wir einfach auf die PISA-Studie pfeifen und unsere Kinder wieder zu mehr Fehlern ermutigen und uns selbst bemühen unsere lang gepflegte Angst vor Fehlern wieder abzulegen. Schließlich ist jeder Fehler ein Schritt in Richtung Lösung, jeder Fehler eine kreative Leistung.
Nur wer sich zutraut Fehler zu machen (je angstfreier desto besser) wird langfristige Erfolge erzielen - nicht nur im Internet, sondern in allen Bereichen des Geschäfts- und Berufslebens. Alle anderen bleiben Durchschnitt, guter Durchschnitt vielleicht, aber eben nur Durchschnitt.

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Was Google zu Linkbuilding erzählt

March 22nd, 2010 by Kirsten Erlenbruch

Schmutzige, verbotene Tricks oder irgendwelche “Black-Hat-Strategien darf man von Google nicht erwarten. Ebensowenig wird in diesem kurzen Video erwähnt, wie man durchaus wertvolle Links über Social Bookmarks, Artikel, etc. generieren kann. Und dennoch sind die Tipps gut, richtig und langfristig wirkungsvoll, auch wenn sie nicht über Nacht Wirkung zeigen werden.

Hoch interessant finde ich den Hinweis auf die Nutzung von Videos auf Webseiten und Blogs. Ein kleiner, versteckter Hinweis darauf, dass Google nach wie vor Videos gut bewertet und hoch “rankt”.

Category: Google, Internet-Gadgets, Page Rank, Strategie, Suchmaschinen, Verlinkung, Video, Weblog | No Comments »

Esel mit Karotte

February 3rd, 2010 by Kirsten Erlenbruch

Der erste Monat des neuen Jahres ist vorüber und so manch eine(r) wird sich eingestehen müssen, dass aus den guten Vorsätzen fürs neue Jahr mal wieder nichts geworden ist.

Das ist, wenn es Vorsätze wie “Aufhören zu Rauchen”, “10 kgs Abnehmen” oder ähnliches betrifft, immerhin ärgerlich, aber für gewöhnlich nicht gleich akut lebensbedrohlich. Fakt ist jedoch, dass es den meisten Menschen enorm schwer fällt, neue Gewohnheiten in ihrem Leben fest zu implementieren und das auch dauerhaft. Es fehlt uns an Durchhaltevermögen und damit in Folge auch an Motivation.

Und das trifft auch für das “Durchziehen” von “Selbständigkeits-Plänen” oder neuen Projekten zu.
“Es wäre schon schön, wenn ich mir ein Nebeneinkkommen aufbauen könnte, aber ….” oder “es wäre schon schön, wenn ich meinen ungeliebten Job an den Nagel hängen könnte, aber….”

Und nach dem “aber” folgen dann meist Begründungen wie:
“… ich bin abends immer so müde”, “…ich habe schließlich auch noch eine Familie”,”…ich bin schon mit meinem Hauptjob so ausgelastet”, etc.

Beim Finden von Begründungen, warum wir etwas gerade jetzt auf gar keinen Fall tun oder beginnen können, sind wir enorm kreativ. Was bleibt ist ein schales Gefühl seinen eigenen Ansprüchen nicht genügt zu haben, aber auch das versuchen wir möglichst schnell zu verdrängen.

Warum ist das so?
Wir alle werden von unterschiedlichen Dingen motiviert oder eben auch gehindert. Ob wir uns für etwas in Bewegung setzen, hängt ganz maßgeblich davon ab, welche Kräfte auf unsere Motivation einwirken.
Dabei unterscheiden wir zwischen “Hin-Zu-Motivation”, also eine Motivation, die auf ein Ziel hinwirkt und der “Weg-Von-Motivation”, also einer Motivation, die von etwas wegführt.

Beispiel: Ein junger Mann ist begeisterter Segler und hat gerade auf der letzten Messe das Segelboot seiner Träume gesehen. Leider kostet das Boot rund € 10.000,00 die unser junger Mann nicht hat. Fieberhaft überlegt er, wie er das Geld zusammenbekommen kann und entscheidet sich für nicht nur einen, sondern gleich mehrere Nebenjobs. Noch vor dem Morgengrauen trägt er ab sofort Zeitungen aus und am Wochenende jobbt er an einer Tankstelle. So sollte er, hat er ausgerechnet, in ca. 10 Monaten den notwendigen Betrag zusammen haben und das neue Segelboot ist seins.

Eine ganz klare “Hin-Zu-Motivation”. Ob er nun diese 10 Monate Dauerbelastung durchhält, wird sich an der Frage entscheiden, wie groß sein “Begehren” ist.

Umgekehrt: Ein anderer junger Mann arbeitet in einer Firma als Lagerist. Er verdient, aber so wenig, dass am “Ende vom Geld immer noch sehr viel Monat übrig ist”. Sein Konto ist hoffnungslos überzogen, sein Auto musste er schon vor langer Zeit verkaufen, auch bei seinen Freunden hat er sich immer wieder Geld geliehen und sein Vermieter droht ihm nun mit der Kündigung seiner Wohnung. Nachdem er zum wiederholten Mal nachts schweißnaß aufgewacht ist und vor lauter Sorgen nicht mehr in den Schlaf findet, beschließt er, dieser Situation ein für allemal ein Ende zu setzen. Schon am nächsten Tag sucht er sich einen Nebenjob und schreibt sich bei einem Bildungsinstitut für etliche Fortbildungskurse ein. Er will sich sobald wie möglich um einen besser bezahlten Job bemühen, für den er zusätzliche Qualifikationen benötigt.

Auch hier gilt: Der Erfolg dieser “Von-Weg-Motivation” wird sich daran entscheiden, wie groß in diesem Fall “die Schmerzen” sind, die seine derzeitige Situation verursachen.

Letztlich haben wir alle große Ähnlichkeit mit dem Esel, dem man eine Karotte vor die Nase hält, damit er sich bewegt. Wir müssen nur die “richtige” Karotte finden. Fragen Sie sich also:

- Bin ich ein “Hin-Zu” oder ein “Von-Weg”-Typ?
- Wie muss das Ziel aussehen, damit ich mich nicht nur in Bewegung setze, sondern auch dauerhaft dran bleibe?
- Was könnte mich daran hindern (z.B. Angst, Scham, etc.), und wie kann ich diese Hindernisse überwinden?

Wobei auch ganz klar ist, dass “lauwarme Ziele” (es wäre schon ganz schön, wenn….), erheblich weniger Aussicht auf Erfolg haben, wie die Ziele von denen wir meinen, dass wir keine Sekunde mehr ohne ihre Erreichung existieren können. Da können wir uns etwas von unseren Kindern abschauen, die sich in ein Spielzeug verlieben und dieses und wirklich nur genau dieses haben wollen und alles in Bewegung setzen um es zu bekommen. Da wird plötzlich freudig der Müll runter getragen, das Auto gewaschen und was nicht noch alles - nur um dieses eine Ziel zu erreichen.

Wann waren wir das letzte Mal so motiviert?

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