Internet Marketing für Anfänger

Alles über Internet-Marketing in den Zeiten von Web 2.0

Archive for the 'Strategie' Category



Das böse Wort

October 22nd, 2008 by Kirsten Erlenbruch

Man on the egdeDie Schreckensnachrichten aus der Finanzwelt wollen gar nicht mehr abreissen, man mag schon nicht mehr den Fernseher anmachen und beginnt Nachrichtensendungen zu meiden. Zumindest dann, wenn man, wie so viele Banken in notleidende Immobilien (oder Firmen) investiert hat.

Kommt uns das alles irgendwie bekannt vor? Hatten wir das nicht schon mal, zumindest ähnlich, nach dem 11. September als die so genannte Internet-Blase platzte? Wer hat eigentlich damals die Losung ausgegeben, dass das ein einmaliges Ereignis bleiben würde?

Egal: Wir wagen kaum, es laut auszusprechen, aber es schwebt wie ein Damokles-Schwert über uns: Das böse Wort: REZESSION! Pssst, nicht so laut, wir wollen Sie doch nicht herbeireden, die Wirtschaftskrise.

Als es damals gerade mit den ganzen jungen, hippen Internet-Firmen zu Ende ging (und wir alle viel, viel Geld verloren haben - ich auch), traf ich in der Schweiz einen recht wohlhabenden Kollegen, der mir folgenden Spruch mit auf den Heimweg gab: “Das Geld liegt nach wie vor auf der Straße - man muss sich eventuell nur ein wenig tiefer bücken jetzt.”

Ein wahres Wort, gelassen ausgesprochen und damals hielt ich den Knaben für ganz schön arrogant. Aber unterm Strich hat er Recht behalten und so wird und ist es auch jetzt. Wirtschaftskrise hin oder her, zu allen Zeiten wird Geld verdient und in schlechten Zeiten gibt es erstaunlicherweise oft Menschen, die besonders viel Geld verdienen.

Und nie war es einfacher als heute, durch die Vielfalt von Technologie, die uns zur Verfügung steht und uns, zumindest in der westlichen Welt, nahezu allen zugänglich ist.

Also trennen wir uns doch einfach von zwei Ideen, die sich mehrfach als unrealistisch erwiesen haben:

  1. Dass man an allein an der Börse langfristig viel Geld verdienen kann (ohne dabei welches zu verlieren).
  2. Dass nur, weil irgendjemand (z.B. die BILD) Rezession schreit, das eigene Business jetzt nicht mehr funktionieren sollte.

Wir müssen halt nun ein bisschen weiter raus aus unserer Komfortzone, aber das kann ja vielleicht auch ganz spannend sein. Unternehmer sind schließlich die Menschen, die etwas unternehmen. Na dann, nur zu!

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YouTube startet Monetarisierung

October 10th, 2008 by Kirsten Erlenbruch

Ganz kostenlos funktioniert nicht

Viele, um nicht zu sagen, die meisten Web 2.0 Dienste sind für die Nutzer kostenfrei oder weitgehend kostenfrei. Das ist für uns User natürlich sehr angenehm. Aber dennoch kann niemand wirklich erwarten, dass dies ein dauerhaft funktionierendes Konzept ist.

Je größer und interessanter/nützlicher die Portale/Dienste sind, desto mehr Investitionen werden benötigt und desto größerren ROI erwarten die Investoren. Was dabei der Königsweg (gibt es den überhaupt?) der Monetarisierung sein soll, ist wohl noch nicht endgültig entschieden.

Sofern der Nutzer nicht selbst in die Tasche greift (zumindest für die Premium-Varianten, e.g. Flickr), muss Werbung für den nötigen Cash-Flow sorgen.

YouTube als Vorreiter

Schon seit einiger Zeit bemüht sich das Videoportal YouTube, erst vor zwei Jahren für viel Geld von Google gekauft, krampfhaft um Möglichkeiten der Monetarisierung, bislang ohne Erfolg. Die Idee, Anzeigen in Video-Clips zu integrieren stieß nämlich bei den Nutzern auf erheblichen Widerstand und verschwand wieder in der Schublade. Jetzt geht YouTube einen neuen Weg mit dem so genannten “click-to-buy-Programm”. Neben den Möglichkeiten YouTube Videos mit anderen zu teilen, zu Favoriten hinzuzufügen, zu kommentieren oder auf Videos zu antworten, wird es in Kürze den zusätzlichen Click-to-buy-Button geben, mit dem Musik, Bücher und Filme gekauft werden können. Bezogen werden diese dann über ITunes und Amazon. Dieses Programm wird es zunächst nur in den USA geben, es ist aber zu erwarten, dass es nicht lange dauern wird, bis auch der Rest der Welt in den Genuss kommt.

Monetarisierung auch eine politische Entscheidung?

Abgesehen von dem sicherlich dringend notwendigen ROI, darf man annehmen, dass diese spezielle Entscheidung auch der Wink mit dem weißen Friedensfähnchen in Richtung Viacom Inc. ist, wo Google sich derzeit gegen eine Klage in Höhe einer Milliarde US$ wg. Copyright-Verletzungen zur Wehr setzen muss. Der Ausgang dieses Verfahrens wird in der Branche ohnehin mit Spannung erwartet, da das Urteil Signalwirkung haben dürfte, was den Umgang mit Copyright im Internet betrifft.

YouTube hat auf jeden Fall schon mal angekündigt, dass dies erst der Beginn einer großen E-Commerce-Plattform für Nutzer und Partner sei. Ist also zu erwarten, dass YouTube über kurz oder lang auch als mögliche Werbeplatform empfehlen wird.

 

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Wie viel darf das Internet wissen?

September 24th, 2008 by Kirsten Erlenbruch

Eine der heftigsten Diskussionen, die bei der Blogger-Konferenz IZEAfest in Orlando geführt wurde, war die über Social Networks und Privatsphäre.

Besonders bei den jüngeren Leuten sinkt die Hemmschwelle, auch intimste Details des Privatlebens im Internet zu veröffentlichen (in Weblogs, Social Networks, Foren, Chatrooms, etc.). Paradox, wenn man bedenkt, wie laut die Stimmen des Protests werden, wenn es um staatlich veranlasste Online-Durchsuchungen geht. Ehrlich gesagt, glaube ich kaum, dass die Staatsgewalt auf den durchsuchten Rechnern viel mehr finden wird, als ohnehin schon irgendwo im Internet kursiert.

Solche Freizügigkeiten sind dem einen oder anderen bereits zum Verhängnis geworden, wenn clevere Personalchefs sich mal etwas intensiver für das Online-Leben ihres hoffnungsvollen Bewerbers gekümmert haben. Nicht jedes Unternehmen toleriert den jugendlichen Hasch-Genuss oder die Mitgliedschaft im Swinger-Club.

Dabei stellt sich mehr und mehr auch die Frage, was dürfen wir über andere im Netz veröffentlichen, z.B. unsere Kinder? So süß der Weblog mit den Bildern und den Berichten von den lieben Kleinen auf den ersten Blick auch sein mag, nicht jeder wird als Erwachsener später begeistert sein, wenn jeder von seinen nächtlichen Angstattacken bei Gewitter lesen kann (von anderen frühkindlichen Erfahrungen ganz zu schweigen). Inwieweit werden hier die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Kinder verletzt?

Oder wird es irgendwann so sein, dass so viel Material über jeden von uns im Netz zu finden ist, dass es auf die einzelne Information (mag sie auch kritische sein) schließlich nicht mehr ankommt?

Wer weiß. Fakt ist, dass wir derzeit alle SEHR genau darüber nachdenken müssen, was wir von uns im Internet preisgeben. Den eines ist klar: Jede, wirklich jede Information ist irgendwo und irgendwie abrufbar. Oder, wie meine Großmutter zu sagen pflegte: “Nichts ist so fein gesponnen, dass es nicht kommt ans Licht der Sonnen”.

Eine Faustregel könnte hierbei sein: Was Sie nicht als Schlagzeile in der Bildzeitung über sich lesen möchten, das sollten Sie auch dem Internet tunlichst nicht anvertrauen.

Inwieweit Sie sich mit z.B. einem Pseudonym schützen können, sei dahingestellt. Ich befürchte, dass ein cleverer “Hacker” auch dieses irgendwann, irgendwie zu Ihnen zurück verfolgen wird und würde auch hier lieber auf Nummer Sicher gehen und nach der Faustregel oben agieren.

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