Der neue “American Dream”
September 13th, 2008 by Kirsten Erlenbruch
Viele Jahrzehnte lang war der “American Dream” der Aufstieg (auch der soziale) vom Tellerwäscher zum Millionär. Und für die vielen abenteuerlichen Geschichten zu diesem Thema haben wir die Amerikaner geliebt - nichts war unmöglich.
Inzwischen hat jedes noch so kleine Lokal eine Spülmaschine, der Tellerwäscher ist somit der Automatisierung zum Opfer gefallen und mit “nur” 1 Million mag sich die Jugend hier auch nicht mehr zufrieden geben. Ausgeträumt?
Nicht ganz, die Träume sehen heute nur anders, eben etwas zeitgemäßer aus, vielleicht haben sie auch ein wenig an Glamour verloren, aber sie sind immer noch eindrucksvoll. So wie die Geschichte von Jeremy Shoemaker, einem jungen Mann, der bis vor 4 Jahren noch 420 Pfund wog, mehr als US$ 50.000 Kreditkartenschulden hatte und keinen Job lange behalten konnte.
Heute ist er der Besitzer gleich mehrerer lukrativer Media-Unternehmen und hat (wie sollte es anders sein) nicht nur abgenommen, sondern auch seine Traumfrau, eine Ärztin geheiratet. Ist das nicht schön?
Im Ernst, mal ganz abgesehen von den ganzen “Amerikanismen” in dieser Geschichte. Was sie sehr deutlich zeigt, ist, dass Bloggen in den USA eine absolut ernst zu nehmende Beschäftigung ist, die maßgeblich dazu da ist, Umsatz zu generieren. Aus der Amateur-Liga sind die hier längst raus (wobei es selbstverständlich auch hier die Hobby-Blogger gibt), hier will jeder an die “Big Bucks”, also das große Geld verdienen. Und das ist nicht ganz unmöglich, denn das Werbeaufkommen, das in den USA in professionelle Blogs investiert wird, bewegt sich im 3-stelligen Millionbereich.
Nachdem die Amerikaner von falscher Bescheidenheit nicht viel halten, wird natürlich auch gerne mit den entsprechend großen Schecks geprahlt. Jeremy hat ein Bild seines Schecks oben (über US$ 132.000,00 von Google) neben den Diplomen seiner Frau aufgehängt. So macht man das hier eben….
Für uns vielleicht alles ein wenig dick aufgetragen, ein bisschen viel von allem. Aber es zeigt doch sehr gut, wohin sich die Branche (und in USA ist es bereits eine Branche) entwickelt. Wobei auch hier die gleichen Spielregeln gelten:
- Nur sehr gute Bloginhalte haben eine Chance nicht nur zu überleben, sondern sich auch zu monetarisieren
- Erfolgreiches Blogging ist harte Arbeit (und nichts für “mal so nebenher”)
- Erfolgreiches Blogging setzt voraus, dass ich mich auch um Anzeigenkunden kümmere, meine Besucherzahlen ständig im Blick habe, die Konkurrenz nicht aus den Augen verliere, etc. Also ein Geschäft betreibe, wie jedes Geschäft eben betrieben wird - professionell
Rund um Blogger und Anzeigenkunden haben sich Agenturen versammelt (IZEA ist so eine), die die beiden Seiten zusammenbringen und sich so eben auch ein Stückchen vom großen Kuchen abschneiden. Mit mehr und mehr Erfolg.
Den kompletten Vortrag von Jeremy Shoemaker können Sie sich hier ansehen. Er ist sehenswert, auch wenn er eben sehr amerikanisch ist.
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