Der erste Monat des neuen Jahres ist vorüber und so manch eine(r) wird sich eingestehen müssen, dass aus den guten Vorsätzen fürs neue Jahr mal wieder nichts geworden ist.
Das ist, wenn es Vorsätze wie “Aufhören zu Rauchen”, “10 kgs Abnehmen” oder ähnliches betrifft, immerhin ärgerlich, aber für gewöhnlich nicht gleich akut lebensbedrohlich. Fakt ist jedoch, dass es den meisten Menschen enorm schwer fällt, neue Gewohnheiten in ihrem Leben fest zu implementieren und das auch dauerhaft. Es fehlt uns an Durchhaltevermögen und damit in Folge auch an Motivation.
Und das trifft auch für das “Durchziehen” von “Selbständigkeits-Plänen” oder neuen Projekten zu.
“Es wäre schon schön, wenn ich mir ein Nebeneinkkommen aufbauen könnte, aber ….” oder “es wäre schon schön, wenn ich meinen ungeliebten Job an den Nagel hängen könnte, aber….”
Und nach dem “aber” folgen dann meist Begründungen wie:
“… ich bin abends immer so müde”, “…ich habe schließlich auch noch eine Familie”,”…ich bin schon mit meinem Hauptjob so ausgelastet”, etc.
Beim Finden von Begründungen, warum wir etwas gerade jetzt auf gar keinen Fall tun oder beginnen können, sind wir enorm kreativ. Was bleibt ist ein schales Gefühl seinen eigenen Ansprüchen nicht genügt zu haben, aber auch das versuchen wir möglichst schnell zu verdrängen.
Warum ist das so?
Wir alle werden von unterschiedlichen Dingen motiviert oder eben auch gehindert. Ob wir uns für etwas in Bewegung setzen, hängt ganz maßgeblich davon ab, welche Kräfte auf unsere Motivation einwirken.
Dabei unterscheiden wir zwischen “Hin-Zu-Motivation”, also eine Motivation, die auf ein Ziel hinwirkt und der “Weg-Von-Motivation”, also einer Motivation, die von etwas wegführt.
Beispiel: Ein junger Mann ist begeisterter Segler und hat gerade auf der letzten Messe das Segelboot seiner Träume gesehen. Leider kostet das Boot rund € 10.000,00 die unser junger Mann nicht hat. Fieberhaft überlegt er, wie er das Geld zusammenbekommen kann und entscheidet sich für nicht nur einen, sondern gleich mehrere Nebenjobs. Noch vor dem Morgengrauen trägt er ab sofort Zeitungen aus und am Wochenende jobbt er an einer Tankstelle. So sollte er, hat er ausgerechnet, in ca. 10 Monaten den notwendigen Betrag zusammen haben und das neue Segelboot ist seins.
Eine ganz klare “Hin-Zu-Motivation”. Ob er nun diese 10 Monate Dauerbelastung durchhält, wird sich an der Frage entscheiden, wie groß sein “Begehren” ist.
Umgekehrt: Ein anderer junger Mann arbeitet in einer Firma als Lagerist. Er verdient, aber so wenig, dass am “Ende vom Geld immer noch sehr viel Monat übrig ist”. Sein Konto ist hoffnungslos überzogen, sein Auto musste er schon vor langer Zeit verkaufen, auch bei seinen Freunden hat er sich immer wieder Geld geliehen und sein Vermieter droht ihm nun mit der Kündigung seiner Wohnung. Nachdem er zum wiederholten Mal nachts schweißnaß aufgewacht ist und vor lauter Sorgen nicht mehr in den Schlaf findet, beschließt er, dieser Situation ein für allemal ein Ende zu setzen. Schon am nächsten Tag sucht er sich einen Nebenjob und schreibt sich bei einem Bildungsinstitut für etliche Fortbildungskurse ein. Er will sich sobald wie möglich um einen besser bezahlten Job bemühen, für den er zusätzliche Qualifikationen benötigt.
Auch hier gilt: Der Erfolg dieser “Von-Weg-Motivation” wird sich daran entscheiden, wie groß in diesem Fall “die Schmerzen” sind, die seine derzeitige Situation verursachen.
Letztlich haben wir alle große Ähnlichkeit mit dem Esel, dem man eine Karotte vor die Nase hält, damit er sich bewegt. Wir müssen nur die “richtige” Karotte finden. Fragen Sie sich also:
- Bin ich ein “Hin-Zu” oder ein “Von-Weg”-Typ?
- Wie muss das Ziel aussehen, damit ich mich nicht nur in Bewegung setze, sondern auch dauerhaft dran bleibe?
- Was könnte mich daran hindern (z.B. Angst, Scham, etc.), und wie kann ich diese Hindernisse überwinden?
Wobei auch ganz klar ist, dass “lauwarme Ziele” (es wäre schon ganz schön, wenn….), erheblich weniger Aussicht auf Erfolg haben, wie die Ziele von denen wir meinen, dass wir keine Sekunde mehr ohne ihre Erreichung existieren können. Da können wir uns etwas von unseren Kindern abschauen, die sich in ein Spielzeug verlieben und dieses und wirklich nur genau dieses haben wollen und alles in Bewegung setzen um es zu bekommen. Da wird plötzlich freudig der Müll runter getragen, das Auto gewaschen und was nicht noch alles - nur um dieses eine Ziel zu erreichen.
Wann waren wir das letzte Mal so motiviert?